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OpenSource Drucken

Ist OpenSource Software nur für Computerfreaks?

Klare Antwort: Nein. Der Begriff OpenSource sagt per se nichts über die Zielgruppe eines Programms aus. So sind beispielsweise Firefox, Thunderbird oder OpenOffice ganz klar Produkte für den Endanwender und sind gleichwohl OpenSource. Andere OpenSource-Projekte können natürlich mehr auf den Computerguru gezielt sein.

Ist kommerzielle Software nicht besser und sicherer?

Auch hier: Der Begriff OpenSource sagt nichts über den Herstellungs- und Vertriebsweg eines Programms aus. Ein OpenSource-Projekt kann kommerziell oder nichtkommerziell sein. Naturgemäss wird das Geschäftsmodell eines OpenSource-Projektes sich allerdings nicht auf die Geheimhaltung der Programminterna stützen können, wie das bei ClosedSource der Fall ist. OpenSource Geschäftsmodelle konzentrieren ich weniger auf den Verkauf des Produkts und strafrechliche Verfolgung von Kopien, als vielmehr auf den Service - Anpassungen des Produkts an spezifische Anforderungen des Kunden, Schulungen, Weiterentwicklungen usw.

Was ist dann die spezielle Eigenschaft von OpenSource?

Nehmen Sie als Analogie ein Musikstück: Die können einfach die CD kaufen und abspielen. Sie könnten aber auch die Noten kaufen und es nachspielen. Dann könnten Sie auch Veränderungen nach Ihrem Geschmack anbringen. Wenn Sie das nicht wollen oder nicht können, dann können Sie trotzdem auch einfach die CD abspielen. Oder Sie können sich jemanden suchen, der die Noten versteht, und die Variationen, die Sie sich vorstellen, einspielen und eine neue CD erstellen kann. Wenn Sie die Noten besitzen, können Sie die Musik auch dann noch abspielen (lassen), wenn das Trägermedium kaputt geht. Oder wenn es kein Abspielgerät mehr dafür gibt (Vielleicht haben Sie sie auf einer Vinylschallplatte gekauft?) und der ursprüngliche Hersteller längst nicht mehr existiert.

OpenSource bedeutet: Sie dürfen das. Sie bekommen die Noten und dürfen damit machen, was Sie wollen. Und jeder, der sich mit Musik auskennt, kann und darf das Stück abspielen, variieren, weiterentwickeln etc.

Wieso sollte jemand brauchbare Software gratis anbieten?

OpenSource heisst nicht unbedingt gratis. OpenSource Geschäftsmodelle können beispielsweise über den Service definiert werden: Wer nicht programmieren kann, engagiert jemanden, um eine bestimmte Funktion für ein OpenSource- Programm zu entwickeln, oder um ein OpenSource-Programm optimal an die eigene Arbeitssituation anzupassen. Der Unterschied zu ClosedSource ist hauptsächlich, dass man nicht auf eine Herstellerfirma angewiesen ist, um so etwas entwickeln zu lassen. OpenSource-Programme können auch verkauft werden. Beispielsweise zusammen mit einem Schulungs- oder Servicevertrag.

Zusammenfassend könnte man sagen: Ein nicht-triviales OpenSource-Projekt kostet entweder Zeit (um es zu installieren und anzupassen, sowie das Personal zu instruieren) oder Geld (um das von jemand anderem machen zu lassen).

Verwandte Begriffe

In den 80er und 90er Jahren entstanden verschiedene Ansätze, Software von Lizenzfesseln und Patenten zu befreien. Stichworte dazu sind Public Domain, Shareware und schliesslich die Free Software Foundation, die mit GNU und Linux zur bedeutendsten Institution im OpenSource-Bereich wurde. Obwohl die FSF von Anfang an betonte, dass Free im Sinn von Frei und nicht im Sinn von Gratis zu verstehen sei ("free speech, not free beer"), kam es doch zu Verwechslungen, mit den unerwünschten Assoziationen gratis=wertlos. Deswegen entwickelten vor allem die Konzerne, die mit Free Software Geld verdienen (z.B. Novell, IBM, Sun, Red Hat etc.) eine Begriffsklärung mit der Bezeichnung derartiger Software als "OpenSource". (Andererseits gibt es eine Gegenbewegung von Free Software-Anhängern, die wiederum der Meinung sind, dass Free der bessere und genauere Begriff ist, aber diese Diskussion würde hier zu weit führen)

 
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